Wie stark ist das Schweizer Bankgeheimnis 2022? Hier ist die Wahrheit!

Schweizer Bankgeheimnis

Die finanzielle Privatsphäre ist nirgendwo auf der Welt so stark geschützt wie in der Schweiz. Das sagt der „Financial Secrecy Index 2022“. Viele behaupten aber, das Bankgeheimnis sei tot. Ich bin mit dem Schweizer Bankgeheimnis aufgewachsen. Dank meiner 30-jährigen Berufserfahrung als Anwalt im Swiss Banking weiss ich genau, wie stark das Bankgeheimnis früher war und wie stark es heute ist. Nach diesem Artikel wissen Sie genau, wann Sie geschützt sind und wann nicht.

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🎞️ ⬇️Inhalt des Videos⬇️

01:54​ 👉 Bankgeheimnis Schweiz
02:17 👉 Welche Daten fallen unter das Bankgeheimnis?
02:34​ 👉 Wo wurde das Schweizer Bankgeheimnis Gesetz verankert?
03:11 👉​ Ist das Bankgeheimnis in der Schweiz aufgehoben?
03:32​ 👉 Wie war das Schweizer Bankgeheimnis früher?
05:02 👉​ Wann wurde das Schweizer Bankgeheimnis abgeschafft?
08:54 👉​ Abschaffung Bankgeheimnis – die Folgen
13:11 👉​ Wie weit geht das Schweizer Bankgeheimnis heute?
14:19​ 👉 Wann wird das Schweizer Bankgeheimnis in der Schweiz aufgehoben?
18:27 👉​ Wie stark ist die finanzielle Privatsphäre in der Schweiz verglichen zum Ausland?

Bankgeheimnis Schweiz

Das Bankgeheimnis in der Schweiz (besser: Bankkundengeheimnis) ist ein Berufsgeheimnis, welches mit der anwaltlichen Schweigepflicht vergleichbar ist und Kundendaten schützt (nicht Bankdaten). Es beschützt kundenbezogene Bankkontoinformationen.

Welche Daten fallen unter das Bankgeheimnis?

Das Schweizer Bankgeheimnis schützt alle Kundendaten und Informationen, die mit der Kontobeziehung in Zusammenhang stehen. So darf ein Banker blosse Fragen, ob Konten existieren oder nicht, nicht beantworten.

Wo wurde das Schweizer Bankgeheimnis Gesetz verankert?

Der 1934 eingeführte Artikel 43 im Bankengesetz bestraft Bankangestellte, sowie im Auftrag der Bank handelnde Personen mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren Gefängnis oder Geldstrafe, wenn sie Informationen zur Kontobeziehung mit Dritten teilen oder sonst verbreiten.

Wer fahrlässig handelt, wird mit Busse bis 250,000 Franken bestraft.

Ist das Bankgeheimnis in der Schweiz aufgehoben?

Schweizer Bankgeheimnis früher

Für ausländische Anleger war die Schweiz die attraktivste aller Steueroasen. Es war das zuverlässigste Steuerparadies der Welt. Wer im Heimatland keine Steuern zahlen wollte, eröffnete ein Bankkonto in der Schweiz. Die Geschichte zeigt, dass bereits vor 300 Jahren die französichen Könige über Schweizer Banken Kolonialkriege finanzierten.

Die ausländischen Steuerbehörden haben sich am Bankgeheimnis in der Schweiz bis 2017 vergebens die Zähne ausgebissen.

Das Schweizer Bankgeheimnis in Kombination mit den anonymen Inhaberaktien einer Schweizer AG anonymisierte das Vermögen. Das Schweizer Bankgeheimnis wurde vom Schweizer Bundesgericht, der Bankiervereinigung und den Politikern (Bundesrat Hans Rudolf Merz, Finanzminister) vehement verteidigt.

Es war unumstösslich.

Der Tatbestand der Steuerhinterziehung (in Deutschland Steuerverkürzung) war in der Schweiz eine blosse Uebertretung oder Ordnungswidrigkeit. Steuerhinterzieher konnten sich auf das Bankgeheimnis verlassen. Sie haben es missbraucht. Rechtshilfeersuchen wurden abgewiesen.

Wann wurde das Schweizer Bankgeheimnis abgeschafft?

Im Jahr 2017 wurde nur das Bankgeheimnis in Steuerangelegenheiten aufgehoben. Knapp über 100 Länder machen mit. Darunter befinden sich immerhin die wichtigsten Finanzzentren. Mit den restlichen 90 Ländern gibt es keine Abkommen. Hier gilt das Bankgeheimnis uneingeschränkt.

Die ersten Daten zu den Kontobeziehungen wurden ein Jahr später, nämlich 2018, erstmals ausgetauscht.

Aufgrund des automatischen Informationsaustausches werden Kontoinformationen von Bankkunden (keine Bankdaten) an die ausländischen Steuerbehörden von knapp über 100 Länder weitergeleitet. Die restlichen 90 Länder machen nicht mit, weil sie sich die teure IT Infrastruktur nicht leisten können.

Heute liegt praktisch kein unversteuertes Geld mehr in der Schweiz.

Lesen Sie meinen detaillierten Artikel über den automatischen Informationsaustausch (AIA) und Common Reporting Standard (CRS). Dort finden Sie Länderlisten mit über 100 Ländern, die sich dem AIA angeschlossen haben, inklusive Modalitäten und Inkrafttreten der Verträge.

Abschaffung Bankgeheimnis Folgen

Infolge der internationalen Meldungen existiert heute praktisch kein unversteuertes Geld mehr in der Schweiz. Wer Schwarzgeld hatte, konnte es nicht anfassen. Wer Geld waschen will, ist in der Schweiz am falschen Ort, hat doch die Schweiz die strengsten Geldwäsche Sorgfaltspflichten der Welt. Geldwäscher kommen hier nicht weit.

Die Banken blockierten das Konto bis der Kunde beweisen konnte, dass er das Vermögen legalisiert hatte (Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung). Heute ist es unmöglich geworden, Bankkonten für nicht versteuerte Gelder zu eröffnen.

Die Schweizer Banken haben kein Interesse an Kunden mit unversteuerten Geldern. Banken wollen keine Probleme mit den Medien. Sie haben diese Art von Kunden nicht nötig.

Die internationale Nachfrage von Kunden aus aller Welt nach Schweizer Konten ist enorm. Die internationale Privatkundschaft sucht Vermögensschutz (Asset Protection). Es gibt keine glaubwürdigere Alternative zum Finanzplatz Schweiz. Hier finden Kunden den maximalen Schutz des Vermögens mit den sichersten Banken der Welt.

Seit der Covid 19 Krise und dem Krieg in der Ukraine boomen Schweizer Banken. Die werden vom Ausland mit Geld überschwemmt. Je unsicherer die Welt, desto beliebter werden Schweizer Banken.

Aufgrund des enormen Drucks aus den USA und der EU (vor allem Deutschland) hat die Schweiz die einfache Steuerhinterziehung als Verbrechen qualifiziert. Dies gilt nur, wenn das pro Steuerperiode hinterzogene Steuersubstrat 250,000 Franken übersteigt. Steuerbetrug war in der Schweiz bereits früher ein Verbrechen.

Schweizer Banken müssen Vermögen, die aus einem Verbrechen stammen könnten, an die Meldestelle in Bern melden. Das im Jahre 1998 in Kraft getretene Geldwäschegesetz hat den Banken eine Meldepflicht auferlegt. Das bedeutet, dass auch Anleger aus einem der 90 Nicht-Signatarstaaten kein unvesteuertes Geld in die Schweiz bringen können. Das Recht verbietet es.

Unter den 90 Ländern sind welche, die in den Datenlecks, wie zum Beispiel Suisse Secrets im Februar 2022, der Grossbank Credit Suisse vermehrt vertreten sind. Darunter befinden sich Mozambique und Venezuela. Die Behörden in diesen Ländern erfahren nichts von ihren Risikokunden, da kein Austausch von Informationen stattfindet.

Die Süddeutsche Zeitung bekam im Februar 2022 eine Fülle von Kundendaten (Kundendaten von über 30,000 Bankkunden, Suisse Secrets) von einem Whistleblower zugesteckt. Schweizer Journalisten hielten sich bedeckt. Journalisten, welche Kundendaten in Medienberichten publizieren, die durch Verletzung des Bankkundengeheimnisses erlangt wurden, riskieren in der Schweiz bis zu 5 Jahre Gefängnis.

Was heute in den Medien herum geistert, sind Altlasten aus den alten Zeiten des Wild-West Bankings. Journalisten, die in der Schweiz illegal erlangte Daten von Konten verarbeiten, sind von der Bankenwelt nicht gut angesehen.

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Wie ist das Schweizer Bankgeheimnis heute

Wie weit geht das Schweizer Bankgeheimnis im Inland?

Für Kunden, die in der Schweiz steuerpflichtig sind, gilt das Bankgeheimnis nach wie vor auch für Steuerangelegenheiten. Die Steuerbehörden bekommen keine Informationen von der Bank, falls der Kunde beim Fiskus seine Konten nicht deklariert (einfache Steuerhinterziehung = Vergehen).

Reicht der Kunde beim Fiskus gefälschte Dokumente ein, so riskiert er ein Strafverfahren wegen Urkundenfälschung und Betrug. Wird ein Strafverfahren wegen Betrug eröffnet, kann sich der Kunde nicht mehr auf das Bankgeheimnis in der Schweiz beim Steueramt berufen (Steuerbetrug = Verbrechen).

Der Tatbestand des Betruges ist ein Verbrechen (kein blosses Vergehen oder gar Ordungswidrigkeit). Somit ist Betrug ein Tatbestand, welcher im Vortatenkatalog der Geldwäsche-Delikte erscheint.

Für Kunden, die in einem der über 100 Signatarstaaten im Ausland wohnen, gilt der automatische Informationsaustausch. Schweizer Banken liefern die Kundendaten (nicht Bankdaten) an die Eidgenössische Steuerverwaltung, welche diese den ausländischen Behörden weiterleitet.

Wann wird das Bankgeheimnis in der Schweiz aufgehoben?

Die Wirkung des Bankgeheimnisses ist nicht absolut.

  • Bei ernsthaften Verdacht auf Verletzung des Geldwäschegesetzes haben die Banken eine Meldepflicht des Verdachtes an die Meldestelle für Geldwäscherei (Money-Laundering Reporting Office Switzerland, MROS) in Bern. Die Vortat zum Geldwäsche Delikt muss ein Verbrechen sein. Vortaten, die als blosse Vergehen, Uebertretungen oder Ordnungswidrigkeiten gelten, lösen keine Meldepflicht aus.

  • Bei Zwangsvollstreckungsverfahren muss die Bank dem Betreibungs- und Konkursamt Kundendaten geben, sofern der Gläubiger die Kontonummer und die Bank kennt. Der sogenannte Sucharrest ist illegal. Auch Gruppenanfragen ausländischer Staaten können das Bankkundengeheimnis nicht knacken. Ohne Kontonummer beisst der Gläubiger in der Schweiz auf Granit.
  • Im Zivilrecht sind es vor allem Scheidungen, die Kontoausforschungen auslösen. Auch hier muss der Kläger die Kontonummer und die Bank kennen. Breit angelegte Suchaktionen mit unbestimmten Angaben, sogenannte „Fishing Expeditions“, sind nicht zugelassen.
  • Die internationale Rechtshilfe in Strafsachen ist nur bei Verbrechen erfolgreich. Verbrechen sind Delikte, die mit Gefängnis von 3 Jahren und mehr geahndet werden. Zudem muss ein ernsthafter Verdacht vorliegen, dass ein Verbrechen begangen wurde.
  • Neu muss internationale Amtshilfe bei Steuerhinterziehung und Steuerbetrug zugelassen werden und zwar nicht nur im konkreten Fall. Vielmehr sind auch Gruppenanfragen für mehrere Steuerpflichtige zugelassen. „Fishing expeditions“ sind allerdings nicht erlaubt.

Das Bankgeheimnis zu knacken ist immer noch sehr schwer.

Wie stark ist die finanzielle Privatsphäre in der Schweiz verglichen zum Ausland?

Nirgends auf der Welt ist die Privatsphäre in Finanzangelegenheiten so stark geschützt wie in der Schweiz.

Die Schweiz erscheint im Schattenfinanzindex 2022 („Financial Secrecy Index 2022“) des „Tax Justice Network“ auf Platz 2, gefolgt von Singapur auf Platz 3. Die USA ist erstmals auf Platz 1.

Der deutsche Name des Indexes wurde mit Schattenfinanzindex unglücklich übersetzt, hat doch das Bankgeheimnis nichts mit Schattenwirtschaft zu tun.

Der Schattenfinanzindex listet 141 Länder auf. Der Index vergleicht Bankkundengeheimnis mit der Bedeutung und Grösse des Finanzplatzes. Die Schweiz war viele Jahre auf Platz 1. 2022 wurde sie von den USA überholt.

Die Initianten des „Tax Justice Network“ fodern die Finanzminister der EU sowie der G7-Staaten auf, öffentlich zugängliche internationale Vermögensregister zu schaffen. Auf diesen „Beneficial Owner Register“ soll die Identität der wirtschaftlich Berechtigten von Bankkonten ersichtlich sein.

Die Einführung des Registers soll scheinbar die Umsetzung der Sanktionen gegenüber Oligarchen förden, die Putin nahestehen. Jede Bank identifiziert bereits heute die wirtschaftlich berechtigte Person (besser bekannt als „Ultimate Beneficial Owner“).

In vielen Ländern ist „Financial Kidnapping“ weit verbreitet.